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KI verändert Organisationen nicht. Menschen tun das.

Am 13. August 2026 las ich einen interessanten Artikel von Larissa Holzki (externer Link, öffnet in neuem Tab) in Handelsblatt (externer Link, öffnet in neuem Tab) über Euan Blair (externer Link, öffnet in neuem Tab) und seine Firma, Multiverse (externer Link, öffnet in neuem Tab). Das brachte mich dazu, seinen Podcast zu hören, und ich ertappte mich dabei, wie ich bei vielen der von ihm angesprochenen Punkte zustimmend nickte. Siehe unten für eine Kurz-Zusammenfassung.
Warum?
Denn viele der Herausforderungen, die er beschreibt, sind mir sehr vertraut.
Wir sprechen viel über KI, über Technologie, Produktivität, Automatisierung und die "Future of Work". Aber meiner Erfahrung nach ist der schwierigere Teil nicht die Technologie.
Es sind die Menschen.
Wie helfen wir Mitarbeitenden dabei, die Fähigkeiten und Zuversicht zu entwickeln, die sie benötigen, um mit KI zu arbeiten? Wie schaffen wir ein Umfeld, in dem Menschen bereit sind, zu experimentieren, zu lernen und sich zu verändern?
Und vielleicht am wichtigsten: Wie machen wir diese Transformation zu etwas, das wir Zusammen gestalten?
Dies ist besonders relevant in Deutschland, wo Mitarbeitervertretung und Mitbestimmung Veränderungen manchmal komplexer machen können.
Aber ich glaube auch, dass das eine Stärke sein kann.
Starke Mitarbeitervertreter, engagierte Mitarbeiter und verantwortungsvolle Führung müssen keine Barrieren für Transformation sein. Wenn sie zusammenarbeiten, können sie dazu beitragen, die Transformation nachhaltiger – und letztlich erfolgreicher – zu machen.
Nach fast drei Jahrzehnten in Führung bin ich zunehmend überzeugt, dass nachhaltige Transformation nicht mit Technologie beginnt.
Es beginnt mit Vertrauen, Dialog und Menschen.
Deshalb fand ich Euan Blairs Perspektive so interessant – und deshalb würde ich empfehlen, den Podcast zu hören, wenn du über KI, Führung und die Zukunft der Arbeit nachdenkst.
Der Podcast beginnt auf Deutsch, wechselt aber schnell ins Englische.
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Wer ist Euan Blair, Sohn von Tony Blair (ehemaliger Premierminister von Großbritannien), Gründer & CEO von Multiverse (KI-Upskilling-Plattform, ~1,8 Mrd. € bewertet), im Gespräch über KI und die Zukunft der Arbeit.
Kernaussagen:
- Jobverluste sind real, kein diffuses Gerede. Blair widerspricht klar der Entspannungshaltung: Jobs werden sich verändern und verdrängt werden – die eigentliche Frage ist, wie man das abfedert, nicht ob es passiert.
- Frontline-Mitarbeiter zuerst. Pflegekräfte, Produktionsmitarbeiter, Projektmanager – sie besitzen Kontext und Urteilsvermögen, genau das, woran KI scheitert. Wer diese Menschen befähigt, gibt ihnen "Superkräfte". Top-down-KI-Initiativen von Vorständen scheitern fast immer, wenn die Belegschaft nicht mitgenommen wird – besonders relevant in Deutschland mit starken Betriebsräten.
- Ältere Beschäftigte tragen das größere Risiko. Jüngere sind zwar digital affiner, aber wer über 50 den Job verliert, findet viel schwerer zurück. Ohne Weiterbildung drohen ältere Mitarbeitende "wegautomatisiert" zu werden – trotz ihrer Erfahrung, wenn sie nicht mit KI mitziehen.
- Deutschlands Trumpf: die duale Ausbildung. 40 % der Deutschen haben eine Berufsausbildung als höchsten Abschluss – das erklärt teilweise die niedrigere Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zu UK. Gleichzeitig: lange Entscheidungszyklen, mehr Risikoaversion, deutsche Firmen wachsen oft schneller in den USA als im Heimatmarkt.
- Kein "Sheep-Dip"-Training. Erfolgreiche Weiterbildung braucht drei Kontexte: individuelle Fähigkeiten, Unternehmensziele, Team-Situation. Reines Compliance-Training bringt nichts.
- Menschliche Verantwortlichkeit bleibt entscheidend. KI-Coaches (bei Multiverse "Atlas") sind gute sokratische Tutoren, aber Verbindlichkeit entsteht durch Menschen – niemand fühlt sich schlecht, wenn er eine KI versetzt.
- Führung heißt: eine Geschichte erzählen, nicht Angst schüren. Sätze wie "KI passiert, seht zu, wie ihr klarkommt" erzeugen Widerstand. Mitarbeitende wollen einen Plan sehen und Teil der Reise sein – sonst drohen Rückschläge wie einst bei den Maschinenstürmern der Industrialisierung.
- Ausbildungsfrage der Zukunft: Nicht mehr "lerne coden", sondern Urteilsvermögen, kritisches Denken und die Fähigkeit, mit KI zu arbeiten ohne die eigene Stimme zu verlieren – Fach ist fast egal, entscheidend ist, was man nachweislich daraus mitnimmt.
Ich teile hier auch dem Link (externer Link, öffnet in neuem Tab) zum Handelsblatt-Artikel (auf Deutsch), wahrscheinlich braucht es ein Abo.
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Dr. Peter von Wartenberg (08.26)